Die Baumbestattung zu Lebzeiten regeln
Wer zu Lebzeiten festlegt, wo er ruhen möchte, nimmt seiner Familie die schwerste Entscheidung ab. Der Baum ist dabei nur die halbe Miete.
Sie können Ihren Baumplatz zu Lebzeiten erwerben und ihn selbst auswählen. Der Preis wird dabei zu den heute geltenden Konditionen festgeschrieben. Bei FriedWald und RuheForst ist das der Regelfall, nicht die Ausnahme.
Damit auch die Bestattung selbst geregelt ist, brauchen Sie zwei weitere Dinge: eine schriftliche Bestattungsverfügung mit Ihren Wünschen und einen Vorsorgevertrag mit Treuhandkonto, damit das Geld im Ernstfall zweckgebunden und insolvenzsicher bereitliegt.
Was Vorsorge Ihrer Familie tatsächlich abnimmt
Angehörige treffen in den ersten 48 Stunden nach einem Todesfall rund zwanzig Entscheidungen. Erdbestattung oder Feuerbestattung. Welcher Ort. Welcher Sarg. Feier oder nicht. Wer wird benachrichtigt. In einer Situation, in der Nachdenken kaum möglich ist.
Jede dieser Entscheidungen, die Sie vorher treffen, ist eine weniger, über die Ihre Kinder streiten oder grübeln müssen. Das ist der eigentliche Sinn der Vorsorge, nicht die finanzielle Seite.
Dazu kommt ein praktischer Punkt, den viele unterschätzen: Bei einer Baumbestattung ist die Auswahl des Baumes eine sehr persönliche Sache. Wer selbst im Wald steht und seinen Baum aussucht, trifft eine andere Wahl als Angehörige, die unter Zeitdruck aus einem Katalog wählen.
Den Baumplatz selbst aussuchen
Bei FriedWald, RuheForst und den meisten Naturfriedhöfen können Sie einen Platz zu Lebzeiten erwerben. Der Ablauf ist überall ähnlich.
- Wald aussuchen Fahren Sie zwei oder drei Wälder an, am besten an einem normalen Wochentag. Achten Sie auf die Wege: Kommt man auch mit Rollator oder Kinderwagen hin?
- Baum wählen Gemeinschaftsbaum ab 590 Euro oder eigener Familienbaum ab 2.890 Euro. Die Förster der Waldbetreiber führen Sie durch den Wald und zeigen Ihnen die verfügbaren Bäume.
- Nutzungsrecht erwerben Sie schließen den Vertrag direkt mit dem Waldbetreiber. Der Preis ist damit festgeschrieben, die Nutzungszeit läuft in der Regel 99 Jahre.
- Unterlagen hinterlegen Legen Sie die Urkunde dorthin, wo Angehörige sie finden, und sagen Sie mindestens einer Person, wo das ist. Ein Baumplatz, von dem niemand weiß, nützt nichts.
Wir begleiten die Auswahl im Wald auf Wunsch. Das kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts, auch nicht dazu, die Bestattung später bei uns zu beauftragen.
Die Bestattungsverfügung: Ihre Wünsche schriftlich
Eine Bestattungsverfügung ist ein formloses Schriftstück, in dem Sie festhalten, wie Sie bestattet werden möchten. Sie ist für Angehörige verbindlich, soweit die Wünsche rechtlich zulässig und finanziell tragbar sind.
- Feuerbestattung oder Erdbestattung
- Ort der Beisetzung, möglichst konkret mit Wald und Baumnummer
- Ob eine Trauerfeier stattfinden soll und in welchem Rahmen
- Wer benachrichtigt werden soll und wer ausdrücklich nicht
- Musik, Texte, Blumen oder der ausdrückliche Wunsch, darauf zu verzichten
- Name und Anschrift des Bestattungshauses, wenn Sie eines gewählt haben
- Datum und eigenhändige Unterschrift
Das ist der häufigste Fehler. Ein Testament wird oft erst Wochen nach der Bestattung eröffnet. Bis dahin ist alles entschieden. Die Bestattungsverfügung gehört an einen Ort, den Angehörige sofort finden, und eine Kopie zu den Papieren, die im Notfall geholt werden.
Das Geld so hinterlegen, dass es im Ernstfall da ist
Beim Geld gibt es genau eine wichtige Regel: Es muss zweckgebunden und vom Vermögen des Bestattungsunternehmens getrennt sein. Sonst ist es im Insolvenzfall weg.
| Weg | Vorteil | Haken |
|---|---|---|
| Vorsorgevertrag mit Treuhandkonto | Zweckgebunden, insolvenzsicher, Betrag wird verzinst, Leistungen sind konkret vereinbart | Die Leistungen sollten regelmäßig überprüft werden |
| Sterbegeldversicherung | Auszahlung meist innerhalb weniger Tage, keine Gesundheitsprüfung bei kleinen Summen | Bei langer Laufzeit zahlen Sie oft mehr ein, als ausgezahlt wird |
| Eigenes Sparkonto | Volle Verfügungsgewalt zu Lebzeiten | Wird auf Sozialleistungen angerechnet, Erben können anders verfügen |
| Bargeld oder Schließfach | Keine | Im Todesfall ist das Konto oft gesperrt, das Schließfach ohne Vollmacht nicht zugänglich |
Ein angemessener Bestattungsvorsorgevertrag zählt nach § 90 SGB XII zum geschützten Vermögen. Er wird also nicht angetastet, wenn später Grundsicherung oder Hilfe zur Pflege beantragt wird. Ein einfaches Sparbuch dagegen schon. Für Menschen mit kleinem Vermögen ist das oft das entscheidende Argument.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Ja, das ist bei FriedWald, RuheForst und den meisten Naturfriedhöfen möglich und wird häufig gemacht. Sie wählen den Baum selbst aus und sichern den Platz zu den heute geltenden Konditionen. Die Nutzungszeit läuft in der Regel 99 Jahre ab Erwerb.
Bei einem Vorsorgevertrag mit Treuhandkonto ist Ihr Geld getrennt vom Vermögen des Bestattungsunternehmens angelegt und bleibt im Insolvenzfall unangetastet. Ohne Treuhandkonto ist es Teil der Insolvenzmasse. Fragen Sie deshalb ausdrücklich nach, ob und bei welcher Treuhandstelle das Geld hinterlegt wird.
Sie ist für die Angehörigen bindend, soweit die Wünsche rechtlich zulässig und wirtschaftlich zumutbar sind. Der Wunsch nach einer Baumbestattung im FriedWald ist beides. Der Wunsch, die Asche im eigenen Garten zu verstreuen, ist in Deutschland nicht zulässig und kann deshalb nicht umgesetzt werden.
Ein angemessener Bestattungsvorsorgevertrag zählt nach § 90 SGB XII zum geschützten Vermögen und wird nicht angerechnet. Was angemessen ist, richtet sich nach den ortsüblichen Kosten einer würdigen Bestattung. Ein normales Sparguthaben in gleicher Höhe wäre dagegen anrechenbar.
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