Was eine Baumbestattung wirklich kostet
„Ab 3.500 Euro“ steht in fast jedem Prospekt. Was dahintersteckt, steht selten dabei. Hier ist die vollständige Aufstellung, Posten für Posten.
Eine Baumbestattung kostet in Deutschland ab rund 3.266 Euro, wenn Sie alles zusammenrechnen: Leistungen des Bestattungshauses, Kremation, zweite ärztliche Leichenschau, Beisetzung im Wald und den Baumplatz am Gemeinschaftsbaum.
Ein eigener Familienbaum hebt die Summe auf ab rund 5.566 Euro. Die Preisspanne entsteht fast vollständig durch zwei Posten: das Leistungspaket des Bestattungshauses und die Gebühr des Waldbetreibers für den Platz.
Eine Baumbestattung besteht aus vier Blöcken
Wer Angebote vergleicht, vergleicht oft Äpfel mit Birnen. Der Grund ist immer derselbe: Manche Anbieter nennen nur den eigenen Anteil, andere die Gesamtsumme. Eine Baumbestattung setzt sich aus genau vier Blöcken zusammen.
- Leistungspaket des Bestattungshauses Überführung, hygienische Versorgung, Ankleiden, Sarg für die Einäscherung, Dokumenten- und Meldeservice, Beratung und Begleitung. Je nach Haus und Umfang zwischen 1.950 und 3.800 Euro.
- Fremdkosten Krematorium, zweite ärztliche Leichenschau, Sterbeurkunden, Beisetzungsgebühr im Wald. Diese Posten reicht das Bestattungshaus durch, es verdient daran nichts. Je nach Region zwischen etwa 410 und 1.100 Euro.
- Der Baumplatz Geht an den Waldbetreiber, nicht an das Bestattungshaus. Gemeinschaftsbaum ab 590 Euro, eigener Familienbaum ab 2.890 Euro. Der Betrag gilt einmalig für die gesamte Nutzungszeit, bei FriedWald und RuheForst meist 99 Jahre.
- Die Urne Im Wald sind nur biologisch abbaubare Urnen zugelassen. Eine einfache Bio-Urne ist im Leistungspaket enthalten, kostet also nichts extra. Ton, Holz oder eine Premiumurne kosten 310, 520 oder 645 Euro.
Leistungspaket + Fremdkosten + Baumplatz + Urne = Gesamtsumme. Mehr steckt nicht dahinter. Genau so rechnet auch unser Kostenrechner, nur mit den Beträgen, die in Ihrer Region tatsächlich gelten.
Was die vier Wege kosten
„Baumbestattung“ ist kein geschützter Begriff. Vier sehr verschiedene Verfahren laufen unter diesem Namen, mit vier verschiedenen Preisen. Die folgenden Beträge sind jeweils die günstigste Gesamtsumme im Verbund, inklusive aller Leistungen.
| Weg | Wo die Asche hinkommt | Gesamt ab |
|---|---|---|
| Baumgrab am Gemeinschaftsbaum | An den Wurzeln eines bestehenden Baumes im FriedWald, RuheForst oder Waldfriedhof | 3.266 € |
| Baumgrab am eigenen Familienbaum | Ein Baum wird dauerhaft Ihrer Familie zugeordnet, mit Platz für mehrere Beisetzungen | 5.566 € |
| BaumFrieden | Die Asche wird einem jungen Baum beigegeben, der später am Wunschort eingepflanzt wird | 3.821 € |
| Evertree | Bio-Urne mit Substrat auf dem Friedhof, aus der eine Pflanze oder ein Baum wächst | 3.426 € |
| Naturbestattung im Ausland | Olivenhain in Spanien oder Naturfriedhof in der Schweiz | 2.476 € |
Bei Evertree kommen die Friedhofsgebühren nach der örtlichen Satzung hinzu, sie sind in der Summe nicht enthalten. Bei der Naturbestattung im Ausland sind Ihre eigenen Reisekosten nicht eingerechnet. Beides verschweigen Preisvergleiche gern.
Warum dieselbe Bestattung regional verschieden kostet
Zwischen der günstigsten und der teuersten Region im Verbund liegen bei identischer Leistung rund 1.500 Euro. Das hat drei Gründe und keiner davon ist Willkür.
- Die Preise der Bestattungshäuser unterscheiden sich. Ein Haus in einer Stadt mit hohen Mieten und Personalkosten kalkuliert anders als ein Familienbetrieb auf dem Land. Die Spanne liegt beim Grundpaket zwischen 1.950 und 3.800 Euro.
- Die Fremdkosten sind regional festgelegt. Krematoriumsgebühren, die zweite ärztliche Leichenschau und die Beisetzungsgebühr im Wald setzt nicht das Bestattungshaus fest. Die Unterschiede zwischen den Regionen erreichen mehrere hundert Euro.
- Die Waldbetreiber haben eigene Gebührenordnungen. Ein Gemeinschaftsplatz im viel gefragten FriedWald im Ballungsraum kostet mehr als einer in einem abgelegenen RuheForst.
Deshalb nennen wir keinen bundesweiten Einheitspreis, sondern rechnen mit den Beträgen Ihrer Region. Welche das sind, sehen Sie auf der Seite Ihrer Region oder direkt im Rechner.
Was zusätzlich anfällt und meist vergessen wird
Die Summen oben decken die Bestattung ab. Sie decken nicht ab, was rund um den Abschied noch entsteht. Diese Posten hängen stark von Ihren Wünschen ab, deshalb rechnen wir sie bewusst nicht ein. Wir verschweigen sie aber auch nicht.
| Position | Übliche Größenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Trauerkarten und Danksagungen | 80 bis 300 € | Abhängig von Auflage und Papier |
| Traueranzeige in der Zeitung | 150 bis 900 € | Der Preis richtet sich nach Größe und Reichweite |
| Blumenschmuck | 120 bis 600 € | Im Wald sind nur unbehandelte Naturblumen erlaubt |
| Trauerredner oder Pfarrer | 250 bis 550 € | Freie Redner rechnen unterschiedlich ab |
| Musik bei der Feier | 150 bis 500 € | Solist, Duo oder Anlage |
| Trauerkaffee | 15 bis 35 € je Gast | Der Posten wird fast immer unterschätzt |
| Sterbeurkunden | 12 bis 15 € je Stück | Sie brauchen meist fünf bis acht Stück |
| Namenstafel am Baum | 0 bis 250 € | Je nach Waldbetreiber im Platz enthalten oder optional |
Grabpflege, Grabstein und Verlängerung der Ruhezeit. Auf einem Wahlgrab summiert sich das über zwanzig Jahre schnell auf 3.000 bis 6.000 Euro. Der Baumplatz ist einmalig bezahlt und bleibt es. Rechnet man diese Folgekosten mit, ist die Baumbestattung meist günstiger als das klassische Grab, obwohl die erste Rechnung ähnlich aussieht.
Wo Sie sinnvoll sparen können
Sparen an einer Bestattung ist legitim. Es gibt allerdings Posten, an denen es sich lohnt, und solche, bei denen man sich später ärgert.
Sinnvoll
- Gemeinschaftsbaum statt eigenem Baum. Der größte einzelne Hebel: 2.300 Euro Unterschied. Am Ort selbst sieht man den Unterschied kaum.
- Die einfache Bio-Urne. Sie ist im Leistungspaket enthalten und zersetzt sich genauso vollständig wie eine Urne für 645 Euro. Im Waldboden sieht sie niemand mehr.
- Traueranzeige online statt in der Zeitung. Erreicht in vielen Familien heute mehr Menschen und kostet einen Bruchteil.
- Beisetzung ohne große Feier, dafür ein Gedenktreffen später. Viele Familien empfinden ein Beisammensein nach einigen Wochen als tröstlicher als die Feier am Tag selbst.
Selten sinnvoll
- Am Ort sparen und dafür 80 Kilometer fahren. Ein Wald, den niemand besucht, spart Geld und kostet die Angehörigen den Zugang zum Grab.
- Auf die Trauerfeier verzichten, obwohl Angehörige sie brauchen. Das zeigt sich erst Monate später und lässt sich dann nicht nachholen.
- Das billigste Angebot ohne Aufschlüsselung. Wenn ein Preis nicht in Positionen zerlegt ist, fehlt fast immer etwas. Fordern Sie die Aufschlüsselung an, bevor Sie unterschreiben.
Ihre Summe in zwei Minuten
Der Kostenrechner fragt sechs Dinge ab: Region, Weg, Beisetzungsplatz, Urne oder Baumart und das Leistungspaket. Danach steht die Summe mit jedem Posten einzeln ausgewiesen. Sie können das Ergebnis als PDF herunterladen oder sich per E-Mail zusenden lassen, ohne dass daraus eine Verpflichtung entsteht.
Der Rechner arbeitet ausschließlich in Ihrem Browser. Ihre Eingaben verlassen das Gerät nur dann, wenn Sie anschließend bewusst auf „Angebot zusenden“ oder auf das Kontaktformular klicken.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Mit allen Leistungen des Bestattungshauses, Kremation, zweiter ärztlicher Leichenschau, Beisetzung und dem Platz am Gemeinschaftsbaum beginnt eine Baumbestattung bei rund 3.266 Euro. Ein eigener Familienbaum hebt die Summe auf rund 5.566 Euro. Die Spanne entsteht durch das Leistungspaket des Hauses und die Gebühr des Waldbetreibers.
In der ersten Rechnung liegen beide oft ähnlich. Der Unterschied entsteht danach: Beim Baumgrab entfallen Grabstein, Grabpflege und die Verlängerung der Ruhezeit dauerhaft. Über zwanzig Jahre summiert sich das bei einem Wahlgrab schnell auf mehrere tausend Euro. Rechnet man diese Folgekosten mit, ist die Baumbestattung meist die günstigere Variante.
Ein Platz am Gemeinschaftsbaum, an dem mehrere Menschen ruhen, kostet ab 590 Euro. Ein eigener Familienbaum kostet je nach Standort und Baumart ab 2.890 Euro. Beide Beträge gehen an den Waldbetreiber und gelten einmalig für die gesamte Nutzungszeit, bei FriedWald und RuheForst in der Regel 99 Jahre.
Nein. Der Baumplatz wird einmalig bezahlt, danach entstehen keine weiteren Gebühren. Es gibt keine Grabpflege, keinen Grabstein und keine Verlängerung der Ruhezeit. Genau das ist für viele Familien der Hauptgrund für die Entscheidung.
Nein. Das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen wurde 2004 abgeschafft. Es gibt nur noch Leistungen aus privaten Sterbegeldversicherungen, aus einer Bestattungsvorsorge oder in bestimmten Fällen von Berufsgenossenschaften und Versorgungswerken. Wenn niemand die Kosten tragen kann, springt unter Bedingungen das Sozialamt ein.
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